„Guten Morgen, Ernesto! Aufwachen! Sorry, mein Freund, aber Spaß muss sein!“
Ich war wach. Bereits seit einer guten Stunde lag ich regungslos im Bett und starrte an die Decke. Meine Blase leerte sich. Ein warmer Strahl lief durch den Gummischlauch des Katheters über meinen Oberschenkel. Die Menge an Flüssigkeit, die man mir durch die Infusionen verabreichte, musste raus. Es fühlte sich eklig an. Einfach nur da zu liegen und nicht mehr in der Lage zu sein, sich um sich selbst zu kümmern, war eine Katastrophe. Das Gefühl der Hilflosigkeit kroch in mir hoch und stellte mir die Luft ab.
Als Jule die Bettdecke zur Seite schob, um mich zu waschen, schloss ich meine Augen und stellte mich schlafender und abwesender, als ich es tatsächlich war. Ich spürte, wie sich der feuchte Waschlappen über meinen Körper schrubbte. Als jemand gegen die Tür stieß, zuckte ich zusammen. Jule schien meine Regung nicht zu bemerken. Sie mokierte sich gegen die Störung vom Flur und rief in Richtung Tür:
„Hey, aufpassen!“
Sanft wusch sie mein Gesicht. Die riesige Narbe war sehr schlecht verheilt. Sie betrachtete die hellrote Zeichnung, die mein Gesicht zu einer Fratze entstellte. Mit dem kühlen Waschlappen tupfte sie auf die Narbe. Plötzlich spürte ich einen brennenden Schmerz. Ein glühendes Eisen wurde mir ins Gesicht gedrückt.
Klappentext:
Mein Blick ging ins Leere. Die Pupillen verharrten in ihrer Position. Teilnahmslos lag ich im Bett. Über mir wurde es hektisch. Jemand riss mir das Krankenhaushemd vom Körper. Eine kalte, schleimige Ladung Gel landete auf meiner Brust.
Ich erschrak in meiner Schockstarre und konnte meine Arme nicht bewegen. Sie waren ans Bettgestell gefesselt.
Sekunden später schlug ein Blitz in meinem Gehirn ein. Es roch verbrannt. Der Blitzschlag hatte sich mit einem Feuerfunken in meinen Synapsen entladen. Mein Kopf stand in Flammen. Ich schrie, als gebe es kein Morgen mehr.
Niemand schien mich zu hören...
Der erste Kriminalroman von Maximilian Taler erzählt eine Geschichte, die man sich kaum spannender ausdenken kann!
Offizielle Mitteilung zur Hörbuchfassung von "Patient 78/8"
Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass der Roman "Patient 78/8" seit 2024 als Hörbuch für blinde und sehbehinderte Menschen verfügbar ist. Mein Anwalt hat mich darauf hingewiesen, dass dies nach §45 UrhG auch ohne meine Zustimmung realisiert werden darf.
Aus gegebenem Anlass weise ich bezüglich dieser Audio-Fassung auf folgende Punkte hin:
- Die Produktion und Veröffentlichung erfolgten ohne meine vorherige Sichtung, inhaltliche Prüfung oder Autorisierung.
- Mir liegen keine Informationen über die konkrete sprecherische, akustische oder redaktionelle Umsetzung vor.
- Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von der künstlerischen, stilistischen und konzeptuellen Ausgestaltung der Hörbuchfassung sowie von etwaigen Abweichungen zum Originaltext.
